Entgegen meiner Befürchtungen war unser Besuch bei Freunden in Wien über das vergangene verlängerte Wochenende sehr schön und entspannt. Wir hatten gemeinsam eine ganze Menge Spaß bei unseren Unternehmungen in einer unglaublich schönen Stadt.

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Freitag

Los ging es am Freitag Morgen. Eigentlich wollten wir um 04:30 Uhr aufstehen und wenig später losfahren. Tatsächlich haben wir uns aber im Bett noch einmal umgedreht und sind erst gegen 8 Uhr auf der Straße gewesen. Die Entscheidung, den Tag so beginnen zu lassen, war absolut richtig.

Wir hatten uns am Abend vorher entschieden, durch Tschechien nach Österreich zu fahren. Google Maps versprach uns, dass es die kürzeste und schnellste Route sei. Leider hatte die TomTom-Navigation keine Karten für Tschechien und 130 EUR für ein Upgrade waren einfach nicht akzeptabel. Stattdessen nahmen wir das Nokia Maps-System meines Firmenhandys. Das Lizenzmodel ist hier ein anderes, man zahlt nicht für das Kartenmaterial, sondern erkauft sich das Recht, in bestimmten Gebieten navigieren zu dürfen. Ich hatte eine Lizenz für Deutschland und Östtereich, die Navigation durchs Tschechien wird ebenfalls unsterstützt, solange Start und Ziel in lizensierten Ländern liegen.

Auf dem Weg zur tschechischen Grenze machten wir uns Sorgen darum, wo wir Mautvignetten für Tschechien und Östtereich her bekommen. An einer Tankstelle kurz vor der tschechischen Grenze wurde uns mitgeteilt, dass wir direkt an der Grenze zumindest für Tschechien eine Vignette bekämen. So war es dann auch. Für 9,95 EUR durften wir fortan sieben Tage durch Tschechien fahren (was wir natürlich nicht taten).

Mitten in Prag geschieh dann das Unglück: Nokia Maps stürzte ab. Ich startete die Navigation neu, doch da mein Startpunkt somit nicht mehr in einem lizensierten Land lag, verweigerte sie die Mitarbeit. Erst das Zücken der Kreditkarte half, für 9,95 EUR 30 Tage in Tschechigen navigieren zu dürfen. In der Zwischenzeit hatte ich mich total verfahren, doch die Navigationssoftware half uns dann gottseidank zur österreichischen Grenze. Die Fahrt auf den tschechischen Autobahnen war mehr als anstrengend. Von Sicherheitsabstand scheint man in dem Land nichts zu halten und somit waren wir froh, als wir Österreich mit noch heilem Heckstoßfänger erreichten.

Hier lauerte aber schon das nächste Problem: Keine Mautstelle vor der österreichischen Grenze. Voller Horror fuhren wir über die Grenze und hielten bei der nächsten Tankstelle an. Die Überraschung: Es handelte sich um einen Kleinbetrieb mit zwei Zapfsäulen, an der man sogar noch persönlich bedient wurde. Eine nette ältere Dame stand zwischen den Säulen und reinigte den Boden. Auf Nachfrage, wo man denn Maut-Vignetten bekäme, antwortete sie freundlich, “Na, bei mir”. Tatsächlich stand es sogar auf einem Schild groß geschrieben, aber naja, Schilder werden überbewertet. ;) Somit fuhren wir erleichtert weiter.

Unsere Route führte uns über viele Dörfer, bis wir eine Autobahn erreichten, die uns nach Wien führte. In Österreich konnten wir gottseidank wieder das TomTom verwenden, welches um einiges stabiler funktioniert, als die Handy-Navi.

So kamen wir dann gegen Abend bei unseren Freunden, Taibu und Kimani, in Wien an. Wir fanden sogar direkt einen Parkplatz vor der Tür und Taibu war so freundlich, uns eine Parklizens über sein Handy zu besorgen. :)

Wir waren überwältigt von Kimani und Taibus wundervollen und riesigen Wohnung. Die beiden haben echt eine starke Höhle. Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten, entschieden wir, in einem thailändisch-/chinesischen Restaurant zu Abend zu essen. Sehr köstlich. :) Und so klang der Abend langsam aus.

Samstag

Am nächsten Tag ging es dann in den benachbarten Augarten. Dieser riesige und wunderschöne Park beinhaltet einen Kinderspielplatz mit lustigen Geräten, auf denen sogar die Erwachsenen ihren Spaß hatten.


Augarten Gate Augarten Kimani & Shishi Kimani und der Kinderwagen. ;) Kimani Rajan

Anschließend wollten wir in der Innenstadt etwas shoppen gehen. Leider war Taibu von einer Erkältung geschwächt und konnte uns nicht begleiten. So fuhren Kimani, Gini, Lion, Shishi und ich mit einer der hübschen Straßenbahnen in den ersten Bezirk, Wiens Innenstadt.


Wiener Straßenbahn/Vienna Tram

Als wir am Rathaus ankamen stellten wir überrascht fest, dass gerade ein Kinderfest stattfand. Lion und Gini waren schwer zu halten und so ging es nicht ohne Luftballons weiter am Parlament vorbei zu einem der typischen Wiener Kaffees, wo Shishi gerne einen Kaffee trinken und ein Stück Sacher-Torte essen wollte. Auf dem Weg dorthin mussten wir uns durch Massen an Touristen kämpfen. Als wir endlich angekommen waren, hatten wir die Chance, Wiener Kaffeehaus-Athmosphäre zu erleben… inkl. schlecht gelaunter Bedienung. Leider war es zu voll, so dass wir es beim Kaffee beließen.


Hofburgtheater Wien 20081004-134553-IMG_7265 20081004-135416-IMG_7272 20081004-140155-IMG_7276 20081004-140527-IMG_7285 Heldenplatz

(Unser Weg: Hofburgtheater, Rathaus, Kinderfest, Parlament, Park, Heldenplatz)

Sacher TorteNächstes Ziel war ein Jack Wolfskin-Store, da wir alle sehr kalte Ohren hatten und ein paar Mützen kaufen wollten. Leider war dort nichts vernünftiges zu finden. Als nächstes kauften wir für das Abendessen ein. Shishi und ich wollten Taibu, Kimani, Gini und Lion mit Salat, Rindersteak und Putenfleisch verwöhnen. Kimani wollte das verpasste Stück Sacher-Torte mit dem Kauf einer ganzen Torte als Nachtisch nach dem Abendessen kompensieren und stürzte sich ins Getümmel, um mit einem hübschen Holzkästchen wieder zurückzukehren. Der Preis war jenseits von Gut und Böse, deshalb noch einmal ein dickes Dankeschön an Kimani.

Wieder zurück in der Wohnung begannen wir dann mit der Zubereitung des Abendbrotes. Also Rindersteak anbraten muss ich noch etwas üben. ;) Aber wir sind alle satt geworden und hoffentlich auch zufrieden. Den Rest des Abends verbrachten wir in gemütlicher Runde mit Quatschen, Bilder anschauen, Kinder ins Bett bringen, Guitar Hero spielen, usw.

Sonntag

Am Sonntag wurden wir wieder früh und etwas unsanft von Gini geweckt. Für den Tag planten wir einen Besuch des Tierpark Schönbrunns. Auf dem Weg dorthin wollten wir uns noch den Stephansplatz mit seinem riesigen Dom anschauen.


Balcony Stephansdom Stephansdom Stephansdom Stephansdom

(Unser Weg zum Tierpark: Hübscher Balkon in der Nähe, diverse Bilder vom Dom)

Auch an diesem sonnigen Herbsttag mussten wir uns durch Heerscharen von Touristen kämpfen. Nachdem wir mit U-Bahn in der Nähe des Parks angekommen waren, folgten wir der Masse durch die Kassen. Im Tierpark war es nicht minder belebt und so hatten wir Schwierigkeiten, bei einigen Tieren, wie z.B. den Tigern, überhaupt etwas zu Gesicht zu bekommen. Wenigstens die Löwenbabys ließen sich blicken.


Lion Cubs Lion Cubs Lion Cubs Lion Cubs

Wir entschieden uns, eine Art Biergarten im Tierpark anzusteuern, um etwas zu essen und anschließend die Kinder auf dem ebenfalls dort vorhandenen Spielplatz sich austoben zu lassen. Unterdes tranken wir gemütlich einen Kaffee und schauten dem Treiben zu. Viel von dem Park haben wir somit nicht gesehen, aber ich denke, dass wir durch unser Vorgehen das maximale an Entspannung aus dem Tierparkbesuch herausgeholt haben.

Am frühen Abend ging es zurück zu Kimani und Taibus Wohnung, wo wir uns noch die Zeit nahmen, gemeinsam zu Abend zu essen.

Gegen 21 Uhr brachen wir dann schweren Herzens unsere Heimreise an. Wieder mit dem Handy als Navigation. Und wieder ließ es uns im Stich, nur bereits viel früher: Es schickte uns eine Stunde lang durch Wien im Kreis. Es war ein sehr komisches Gefühl, am gleichen Ort zwei mal vorbeizukommen. Entnervt entschieden wir uns die TomTom-Navigation einzuschalten und uns über die österreichisch-deutsche Grenze anstatt durch Tschechien lotsen zu lassen. Die Fahrstrecke verlängerte sich dadurch um 200 km, was wir aber in Kauf nahmen. Leider hatten wir durch die unfreiwillige Stadtrundfahrt zu viel Zeit verloren, so dass wir unseren Freund Lupo in der Nähe von Nürnberg telefonisch fragten, ob er uns eine Nacht aufnehmen würde. Zu unserer Freude hieß er uns gegen 2 Uhr morgens Willkommen.

Montag Früh ging es nach einem kurzen Frühstück dann endlich gen Heimat. Leider musste ich noch arbeiten, was angesichts meiner Übermüdung nicht einfach war. Immerhin hatte ich aber ein glückliches Grinsen im Gesicht, den Kopf voller schöner Erinnerungen an das vergangene Wochenende. Ich hätte nie im Leben erwartet, dass es so gemütlich, entspannend und doch irgendwie aufregend wurde. Wir haben viel gelacht und Spaß gehabt und es schreit nach einer Wiederholung des Trips. Im Nachhinein muss ich sagen, dass selbst die Pannen mit der Navigation irgendwie dazugehörten. Kann ja nicht immer alles glatt laufen oder? ;)