Ein überwältigend schöner Abend
Dank meiner Löwin war ich das erste Mal im Musical “Der König der Löwen” im Hamburger Hafen. Und meine Güte, war DAS COOL! 15 Jahre nach dem Film hat es mich noch einmal emotional so richtig umgehauen.
Vor knapp einem halben Jahr hatte mir Shishi einen Abend im besagten Musical zum Geburtstag geschenkt und letzten Freitag, den 03. Juli 2009 war es endlich soweit. Wir hatten um dieses Event herum einen Besuch meiner Eltern in der Nähe von Hannover eingeplant und von dort aus fuhren Shishi und ich entspannt Richtung Hamburg/Landungsbrücken. Die Sonne schien, die A7 war frei und wir kamen um 17:30 Uhr, also 2 1/2 Stunden vor der Vorstellung, in Hamburg an. Shishi hatte bereits ein Parkhaus ausgemacht, in dem wir direkt hinter dem Steg zur Musicalfähre bequem parken konnten.
Die üppige Zeit nutzten wir entspannt, um in einem gemütlichen kleinen Restaurant direkt an der Elbe etwas zu essen und zu trinken. Bei dem wundervollen Wetter konnten wir bequem draußen sitzen und den Schiffsverkehr beobachten. Anschließend ging es mit einem Zwischenstopp beim Eismann in Richtung Anleger, wo die Shuttlefähren die Musical-Besucher auf die andere Elbe-Seiten bringen. Nach etwas anstehen ging es dann aufs Boot und ab über den Fluss. Auf der anderen Seite war die Hölle los: Der Musical-Betreiber hatten draußen eine Bar aufgestellt und verkaufte Getränke. Bereits einige Hunderte Menschen standen dort in der Abendsonne und man könnte förmlich die Vorfreude über den Platz summen hören. Wir mussten den Ticketbeleg noch gegen die echten Tickets eintauschen, was erstaunlich einfach ging, denn vor uns standen nur zwei Pärchen in der Reihe. Anschließend erbeutete ich noch ein Schlüsselband am Merchandising-Stand und wir warteten die restlichen 20 Minuten vor Öffnung der Theatertore im Foyer.
Dann ging es los. Wir betraten den auf den ersten Blick gar nicht so groß erscheinenden Saal und bewegten uns auf unsere Plätze “Parkett Mitte Rechts 1. Reihe 5 u. 6″ zu. Der wundervolle Bühnenvorhang und die beiden Percussions rechts und links neben dem Zuschauerraum steigerten meine Vorfreude ins Unermessliche. Aber als ich dann feststellte, dass wir Plätze direkt VOR dem Orchestergraben haben, hätte ich meine Löwin nur noch abknutschen können. Unten bereiteten sich bereits einige Musiker (Marimba, Bass, Posaune und Schlagzeug) auf die Vorstellung vor. Wir genossen die Athmosphäre, bis dann gegen 20 Uhr der Dirigent seinen Platz einnahm und vorgestellt wurde.
Mein erster Eindruck war, “Meine Güte, übertreibt er es mit seiner Choreographie”, doch als dann Rafiki die Bühne betrat und der Herr anfing alle Musiker mit einem freudigen Grinsen nicht nur zu dirigieren, sondern auch anzufeuern war mir klar, “Das muss so, der Typ hat’s drauf”.
Und dann gings los. Ich hab in meinem Leben selten so gestaunt und dabei wie ein glücklicher Idiot gegrinst. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Shishi knuffte mich immer wieder in die Seite, denn allzu oft verfing sich mein Blick bei den Musikern. Die Songs des Musicals beruhen teils auf das 1995er Album “Rhythm of the Pridelands”, dass quasi die musikalische Fortsetzung des Films ist und, meine Herren, wie oft hab ich mit der Gitarre oder dem Klavier versucht, die Songs mitzuspielen. Hier hatte ich nun die Chance zu sehen, wie das die Profis machen. Aber gleichzeitig gab es halt noch die nicht unwichtigen Dinge, die auf der Bühne passierten. Und diese waren wirklich atemberaubend. Meinen allergrößten Respekt an alle Darsteller und alle Leute vor und hinter der Bühne die machen, dass man so etwas unglaubliches erleben kann! Wirklich ausnahmslos jeder war in allem, was er tat, perfekt. Die Darsteller in Tanz, Gesang und Koordination, die Musiker in dem, was sie spielten und natürlich alle, die im Hintergrund arbeiten.
Es gab ein bis zwei kleinere technische Probleme, wie das zu leise Mikro des kleinen Simbas, ein oder zwei Rückkopplungen, offene Kanalzüge, über die man Unterhaltungen von Darstellern hörte, die gerade nicht auf der Bühne standen oder ähnliches. Aber alles wurde sehr perfekt abgefedert. Es bremst in keinster Weise meine Euphorie.
Zwischendurch gab es eine halbstündige Pause. Shishi und ich versuchten draußen, an den Theken, etwas zu trinken zu bekommen und wurden fast von allzu harschen Menschen fortgeschrittenen Alters ziemlich bedrängt. Ich weiß nicht, ob diese Menschen Angst hatten, zu verdursten, ihr Drängeln war jedenfalls etwas, was ich als unhöflich bezeichnen würden.
Endlich wieder auf unseren Plätzen ging es endlich in die zweite Hälfte der Vorstellung. Was ich sehr bemerkenswert fand war, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hätte, die Zeit dort verginge zu langsam oder zu schnell. Die Show hatte genau die richtige Länge. Ich war am Ende nicht einmal traurig, dass es vorbei war, denn ich hatte noch genügend Eindrücke zu verarbeiten und schwelgte bereits auf der Fahrt zurück zu meinen Eltern gemeinsam mit meiner Löwin in den jüngsten Erinnerungen.
Um 1 Uhr fielen wir endlich glücklich ins Bett und ich träume auch noch Nächte danach von diesem Erlebnis, so überwältigend waren die Eindrücke. Heute bekam ich die Noten zu den Songs der Musicals, um endlich einmal richtig mitspielen zu können. Dieses Musical MUSS man gesehen haben. Ich danke wirklich allen, die diesen Abend so erlebenswert gemacht haben, besonders aber Shishi für dieses einmaligen Geburtstagsgeschenk und den wundervollen gemeinsamen Abend! Ich habe das Gefühl, dass ich an dem Abend ihr viel zu wenig zurückgegeben habe, ich war einfach zu überwältigt…

