Mein Labrador Retriever Sammy und ich sind auf die Tigerranch nach Herzberg gezogen und weil mein Hund einen gewissen Bedarf an Beschäftigung hat, begab ich mich auf die Suche nach einem Verein, wo wir beide nicht nur zusammen etwas erleben, sondern auch etwas lernen können.

Zuerst besuchten wir einen kleinen Verein in der näheren Umgebung, der mir aber leider nicht so zusagte. Nach etwas Stöbern fanden wir dann die Hundefreunde Torgau e.V., die im ca. 25 Kilometer entfernten Torgau ihren Hundeplatz haben. Das auf der Website Geschriebene entsprach meinen Vorstellungen von dem, was ich mit Sammy gerne tun würde. Weiterhin las ich, dass das regelmäßige Training Samstags stattfindet und so schrieb ich eine E-Mail an den Verein, ob wir am gestrigen Samstag nicht vorbei kommen könnten. Es stellte sich heraus, dass gestern ein Nachttraining stattfinden sollte und wir deshalb bis zum nächsten Samstag hätten warten müssen. Doch gegen Mittag erhielt ich einen Anruf von der ersten Vorsitzenden, sie hätte mit dem Vorstand gesprochen und wir könnten gerne vorbeikommen. Ich muss sagen, dieser Anruf hatte mir den verregneten und ungemütlichen Tag gerettet.

Um 16 Uhr begann das Training, um 15:30 Uhr sollte ich schon da sein, damit sich die Hunde etwas beschnüffeln können. Ich schnappte mir also um 15 Uhr den Hund, wir stiegen ins Auto fuhren los und als wir fast da waren…. verfuhr sich Herrchen prompt, so dass wir erst um 15:45 Uhr ankamen. Gottseidank war dies unproblematisch. Sammy und ich wurden freundlich begrüßt und da das Nachttraining wohl immer im Rahmen eines gemütlichen Zusammenseins stattfindet, konnte ich mich in Ruhe mit Vereinsmitgliedern und Ausbildern bei Kaffee und Kuchen unterhalten. Die Leute waren durchweg freundlich und als besonders angenehm empfand ich die Ruhe und Gelassenheit der Ausbilder.

Wir durften auch gleich das Unterordnungs-Training mitmachen, in dem Dinge wie Fuß, Sitz, Platz, etc. in einer großen Gruppe geübt werden. Das klingt einfacher als es ist, vor allem wenn man einen neugierigen Hund an der Leine hat, dem es wichtiger ist, andere Hunde oder den Platz zu beschnüffeln, als brav neben einem zu sitzen und auf das nächste Kommando zu warten. Gerade dies ist aber z.B. in Alltagssituation in der Stadt z.B. von großem Vorteil. Jedenfalls müssen Sammy und ich da noch sehr an der Konzentration arbeiten und vor allem an unserer Bindung. Die Trainingseinheiten sind ca. 20 Minuten lang und gestern standen zwei derer auf dem Plan. Zwischendurch gab es wie gesagt Kaffee und Kuchen, nach der zweiten Einheit einen kleinen “Abrufwettkampf” und ein Quiz und anschließend Grillen. Aus dem Abrufwettkampf, bei dem es darum ging, wie schnell ein Hund zum Herrchen kommt, wenn er noch zusätzlich durch einen großen Schlauch krabbeln muss entstanden die Startaufstellungen. Jeweils zwei Hundehalter mit ihren Hunden bildeten ein Team, dabei wurden die schnellsten und die langsamsten jeweils zusammen gestellt. Sammy und ich sollten zusammen mit einer Hundehalterin und ihrem Border Collie als zweites starten (somit waren Sammy und ich wohl die zweitlangsamsten).

Beim Nachttraining selber handelt es sich um einen Parkour, den man mit den Hunden im dunklen ablaufen muss. Es gibt Kerzen am Wegesrand und an den einzelnen Stationen muss der Hund gewisse Aufgaben, wie Slalom oder Ähnliches absolvieren. Auch Frauchen oder Herrchen müssen sich Dinge merken und Aufgaben lösen. Sammy war natürlich immer noch sehr abgelenkt, aber zu meiner Überraschung lief er – dafür dass es das erste Mal in seinem Leben war – Slalom, als hätte er das schon zig Mal gemacht. Unsere Teampartnerinnen waren natürlich wesentlich souveräner und meisterten alles hervorragend. Sie haben uns quasi herausgerissen. ;) Unterwegs passierten immer wieder Dinge, die uns erschrecken sollten (ein Geist hüpft raus, Tonnen springen auf die Straße oder es explodiert ein Knaller). Sammy sprang hier mutig nach vorne und wollte die bösen Dinge natürlich vertreiben.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden, dass wir die Hundefreunde Torgau gefunden haben und ich freu mich schon sehr auf nächsten Samstag. Bis dahin müssen Sammy und ich allerdings noch ein wenig üben. Leider kann ich uns heute nicht so richtig motivieren, denn wir waren gestern 19 Stunden auf den Beinen, davon 8 auf dem Hundeplatz.